1. Etappe: Fremantle bis Onslow
- bunterwegs
- vor 6 Stunden
- 4 Min. Lesezeit

So - etwas mehr als die ersten beiden Wochen sind rum. So langsam kommen wir vom reinen Erledigen der Vorbereitungen in den Urlaubsmodus, wo man auch einfach mal nix machen kann.
Update zu den Vorbereitungen: Ulis Handy ist weiterhin offline. Weder die australische noch seine deutsche SIM-Karte verbinden sich mit dem australischen Netz. Den Vertrag für die australische hatte er deshalb ja wieder gecancelt. Uli bleibt nun offline, nutzt entweder das WLAN der Campingplätze oder den Hotspot über Birgitts australische SIM-Karte.
Was immer noch fehlt, ist ein Aufkleber für den Camper "Caution - left hand drive".
Der Warnaufkleber ist für unser europäisches Linkslenkerfahrzeug vorgeschrieben, aber leider schwer zu kriegen.
Wir haben alle Autozubehörläden abgeklappert, aber erfolglos.
Daher haben wir ihn online bestellt. Lieferzeit sollte 3-4 Werktage sein (Express!).
Express bedeutet allerdings in Australien, dass die Lieferzeit zu laufen beginnt, wenn der Artikel im Postverteilzentrum des Bundesstaates angekommen ist, in dem er zugestellt werden soll. So kommen leicht 7 bis 10 Tage zusammen. Express!
Das hatten wir nicht gewusst. Die 5 Tage Aufenthalt in Kalbarri waren daher leider nicht genug - das Päckchen ist angekommen, als wir schon wieder weg waren. Wir versuchen nun, das Päckchen ins Post Ofice von Port Hedland umzuleiten.
Fortsetzung folgt...
Fremantle
Fremantle war unsere erste Station und diente eigentlich nur dazu, das Auto am Hafen entgegenzunehmen und im Straßenverkehrsamt zuzulassen.
Wie viele australische Städte ist Fremantle nach einem Briten benannt, der irgendwas mit der Entdeckung, Gründung oder wirtschaftlichen Entwicklung des Ortes zu tun hatte. In diesem Fall ist es der Admiral Charles Fremantle, der in 1829 die Gegend für die britische Krone in Besitz nahm.
Es gibt eine hübsche historische Altstadt mit Kneipen und Pubs.
An den Wochenenden ist vor allem die Markthalle gut besucht.
Na, schaut mal Birgitts oscarreifen Auftritt in Fremantle an:
Die Temperaturen in Fremantle sind im Juni ziemlich kühl. Wir hatten Glück, dass es nicht noch ergiebig regnete. Daher sind wir nach Zulassung des Campers sofort in Richtung Norden aufgebrochen, um in die Sonne zu kommen.
Erster Stopp auf dem Weg in den sonnigen Norden: Cervantes
Nur einen Steinwurf von Fremantle entfernt - etwa 230 km - liegt der hübsche Küstenort Cervantes.
Der ist nicht nach einem Briten benannt, sondern nach einem gesunkenen Walfang-Zweimaster, der nach Miguel de Cervantes benannt war.
Im Sommer ist der Ort wunderbar zum Entspannen. Aktuell (Winter!) war wenig los.
Neben dem Tourismus lebt der Ort vor allem vom Fischfang. Wir haben uns daher schon seit den Reisevorbereitungen zuhause auf einen Besuch im Lobster-Shack gefreut, um Hummer zu essen.
Blöd, dass die Küche vom Lobster-Shack nur mittags auf ist und schon um 15.00 Uhr schließt.
Da wir nachmittags ankamen und am nächsten Morgen weiterfuhren, war das nix mit Hummeressen.
Zweiter Stopp: Kalbarri
Kalbarri ist ein super entspannter Küstenort. Hier mündet der Murchinson River (Australiens 2. längster Fluss) in den Indischen Ozean.
Der angrenzende Nationalpark bietet fantastische Wanderwege durch die Schluchten des Murchinson.


Eigentlich wollten wir den "Loop" wandern. Beginnend am Natures Window führt ein
rd. 9 km langer Wanderweg hinunter an den Murchinson River und folgt seiner
180 Grad-Schleife, um dann wieder oben auf den Klippen am Natures Window zu enden.
Die Bedingungen waren ideal - knapp über 20 Grad, sonnig und trocken.
Aufgrund der kürzlichen Regenfälle führte der Murchinson ordentlich Wasser, sodass es etwas zu sehen gab - nicht nur ein ausgetrocknetes Flussbett.
Im Sommer kann es in der Schlucht locker bis zu 50 Grad warm werden. Der Wanderweg ist dann aufgrund der Hitze ab 7.00 Uhr morgens gesperrt: zu gefährlich.
Unten angekommen führte der Wanderweg jedoch auf einmal entlang einer Klippe entlang des Flusses.
Entgegenkommende Wanderer hatten uns schon vorgewarnt - sie hatten an dieser Stelle kehrt gemacht.
Als wir dort ankamen, wussten wir, was sie gemeint hatten.

Birgitt ist äußerst schissig, was das Wandern auf Felssteigen und Bergpfaden angeht.
Das Wort "schissig" darf an dieser Stelle verwendet werden, weil Birgitt die Autorin dieser Zeilen ist.
Es ist so. Sobald sie auf dem Weg nicht die Füße gerade nebeneinander setzen kann und es einseitig abwärts geht, gilt der Wanderpfad als potenziell tödlich. Zweiseitig abwärts (ein Wandergrat) gilt als mit Sicherheit tödlich.
Da leider auch nicht einsehbar war, ob es hinter der Klippe in Autobahnbreite weiter gehen oder ob weitere Engstellen dieser Kategorie auf den vor uns liegenden 5 km folgen würden, haben wir an dieser Stelle kehrt gemacht.

Uli hat es zwar probiert (und hätte es auch geschafft) - aber für Birgitt war an dieser Stelle Feierabend mit Wandern.
Trotzdem war es eine schöne Wanderung mit tollen Ausblicken.


Happy Birthday Uli!
Am 25.Juni haben wir Ulis Geburtstag gefeiert.
Ohne Kuchen.

Dafür gab es ein Abendessen nach Wunsch

Dritter Stopp: Carnarvon
Am Tag nach Ulis Geburtstag ging es weiter Richtung Norden. An diesem Freitag fing es fürchterlich an zu regnen, sodass wir froh waren, weiter in Richtung Sonne zu fahren.
Der Ort Carnarvon ist wieder mal nach einem Briten benannt, dem britischen Kolonialminister Lord Carnarvon.
Wir haben hier nur eingekauft und übernachtet.
Allmählich merken wir, dass wir in den wärmeren Norden kommen.
Zum ersten Mal schmeckt der Kaffee in der Sonne.
Aber - oh je! Beim Auspacken der gerade neu erworbenen Camping-Faltstühle bemerken wir einen fatalen Fehler!
Na- wer sieht´s?

Bei Ulis Stuhl (der grüne links) fehlt der Bierdosenhalter!
Wie konnte das nur passieren?
Vierter Stopp: mitten in der Pampa
Von Carnarvon aus ging es weiter mit dem Ziel Coral Bay.
Coral Bay ist ein verträumtes Küstenörtchen am Ningaloo Reef. Weißer Strand, türkisfarbenes Wasser, chillige kleine Bars...
Das sollte für die nächsten 2 bis 3 Tage unser Aufenthalt sein.
Die Wirklichkeit holte uns bei der Ankunft rasch ein.
"Sorry - we´re fully booked".
Der Ort war proppevoll. Einen einzigen freien Campingplatz hätten wir kriegen können. Aber der sah so aus, wie man es von dem einzigen noch freien Stellplatz in einem ausgebuchten Hotspot erwarten kann.
Also Plan B.
Weiter die Küste hoch in Richtung Norden.
Übernachtet haben wir auf einer 24h Rest Area. Das sind Rastplätze mit Minimalausstattung, also Klo, Mülleimer und (für Australien gehört das zum Minimalstandard) einer Feuerstelle.
Da diese Rastplätze aber inmitten von Nichts liegen, sind die oft gar nicht so übel.
Dieser war wirklich schön, vor allem total ruhig. Abgesehen von den Kakadus, die morgens um halb 6 alles aufmischten.

Fünfter Stopp: Onslow
Nach rd. 1.900 km ab Start sind wir am 28. Juni in Onslow angekommen.
Hier bleiben wir 3 Tage.
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