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Wie funktioniert das mit dem Verschiffen eigentlich genau?

  • bunterwegs
  • 12. Mai
  • 3 Min. Lesezeit
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Die Verschiffung unseres Campers nach Australien erfolgt mit einer sogenannten RoRo Fähre ab Bremerhaven. Der Zielhafen ist in unserem Fall Fremantle in West-Australien.

 

Die Frachtrate ist für die Entfernung zum Zielhafen eigentlich recht preiswert.

Wie bei der Buchung eines Fluges fallen jedoch noch eine Vielzahl von Zusatzkosten an.

Im Einzelnen sind das:

 

  • Treibstoffzuschlag

  • EU Emissions Zuschlag

  • Bio Sicherheits Zuschlag

  • Frachtpapiere

  • Surveyor (Fahrzeugkontrolle durch einen Bevollmächtigten der Reederei) in Bremerhaven

  • Käferbehandlung Bremerhaven (obligatorisch! alles Viehzeug an Bord wird vergast!)

  • Hafengebühr Bremerhaven.

 

Da die Fähre bei der Abfahrt in Bremerhaven drei Tage Verspätung hatte, wurden noch zusätzliche Standgebühren berechnet.

 

Diese Nebenkosten betragen rund 70 % der Frachtrate.

 

Bei der Abholung des Campers werden in Fremantle noch einmal Hafen- und Speditionsgebühren fällig.

  

Sinnvoll erschien uns der Abschluss einer Transportversicherung. Die Höhe der Versicherungsrate ist ebenfalls abhängig vom Fahrzeugwert und liegt bei unserem Camper für die Hin- und Rückreise bei rund 30 % der Frachtrate.

 

Da Australien extreme Anforderungen an die Sauberkeit des Fahrzeugs stellt, war eine professionelle Fahrzeugaufbereitung des Innenraums, Außen, des Unterbodens und des Motorraums erforderlich.

Diese Reinigung war recht kostenintensiv.

  

Es wird uns immer wieder die Frage gestellt, ob es sich überhaupt lohnt, den Camper nach Australien zu Verschiffen.

Grundsätzlich ist unser Camper dafür da.

In seiner Ausstattung wäre er für Reisen „nur“ in Europa in dieser Ausstattung (Allrad, erhöhte Bodenfreiheit, All-Terrain Reifen, Schnorchel, Solaranlage usw.) nicht erforderlich.

 

In Australien werden Allrad-Camper nur in recht rudimentärer Ausstattung zur Miete angeboten. D. h. keine Nasszelle (Dusche und Toilette), keine Heizung (manchmal auch in Australien erforderlich) und kein Kühlschrank (d. h. kein kaltes Bier an Bord).

Ein solcher Camper als Pickup auf Basis eines Toyota Hilux kostet rund 190 Euro/Tag.

 

Ein Camper ohne Allrad für zwei Personen mit Nasszelle und Kühlschrank auf Basis eines Mercedes Sprinter kostet rund 120 Euro/Tag.

 

Abhängig von den zur Verfügung stehenden Fährverbindungen für die Rückreise im Mai 2027 dürfte unser Aufenthalt in Australien rund 330 Tage dauern.

Das macht nach Adam Riese und Eva Zwerg rd. 40.000 bis 60.000 € Mietkosten.

Selbst mit einem Rabatt für die lange Mietdauer wäre das weitaus mehr als die Frachtkosten. Und das für weitaus weniger Komfort.

 

 Für die Verschiffung des Campers nach Australien sind einige Vorbereitungen zu treffen.

 

Australien verlangt für die vorübergehende Einfuhr des Campers ein Carnet de Passages.

Das Carnet de Passages ist ein Grenz- und Zolldokument für die vorübergehende zollfreie Einfuhr eines Fahrzeugs.

Das Carnet de Passages wird u. a. vom ADAC ausgestellt.

Es ist erforderlich, dafür eine Kaution beim ADAC zu hinterlegen.

Die Höhe der Kaution ist abhängig vom Reiseziel und dem aktuellen Zeitwert des Fahrzeuges zum Zeitpunkt der Carnet-Beantragung.

 

Zur Ermittlung des aktuellen Zeitwertes fordert der ADAC ein Wertgutachten z. B. des TÜVs.

 

Somit entstehen weitere Kosten für das Wertgutachten des TÜVs und die Ausstellung des Carnets.

 

Da die deutsche Zulassung und Versicherung in Australien keine Gültigkeit haben, muss bei der Ankunft eine australische Versicherung abgeschlossen werden und der Camper neu zugelassen werden.

 

Für die Zulassung ist eine NAAFI zertifizierte Übersetzung der Zulassungsbescheinigung erforderlich.

Damit eine Zulassungsbescheinigung gültig bleibt, ist es in Deutschland erforderlich, jede kleine Anpassung am Fahrzeug (z. B. neue Felgen) vom TÜV in der Zulassungsbescheinigung eintragen zu lassen.

Für die An- und Ausbauten an unserem Camper ist dafür eine zweite Seite mit den entsprechenden Eintragungen erforderlich.

Für den NAATI zertifizierte Übersetzer war dies eine echte Herausforderung.

 

Seit dem 5. Mai ist die Fähre auf dem Weg nach Fremantle.

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