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Australiens Top End

bunterwegs
12. Sept.
7 Min. Lesezeit
Australiens Top End - der tropische Norden
Australiens Top End - der tropische Norden

Der Reiseblog hinkt zeitlich ein wenig hinterher, weil wir einfach an zu wenig Stellen ausreichend Netzempfang bzw. WLAN haben, um Bilder und Texte hochzuladen.


Daher hier eine Zusammenfassung über die Zeit von Mitte bis Ende August, die wir an Australiens Top End verbracht haben, dem äußersten tropischen Norden.


Kakadu Nationalpark 2. Teil - Ubirr

Der Kakadu Nationalpark ist nicht nur für seine spektakuläre Natur berühmt, sondern auch für die Felsmalereien, die die Ureinwohner - die Aboriginals - dort hinterlassen haben.

Man nimmt an, dass die Aboriginals die Felsen von Ubirr seit etwa 40.000 Jahren als Leinwand nutzen. Die Zeichnungen, die heute noch zu sehen sind, sind zwischen 150 und 1.500 Jahren alt.


Nun ja - um es mit Hape Kerkelings Worten auszudrücken: uns fehlt offenbar der intellektuelle Zugang zu den Felszeichnungen.

Die ältesten Felszeichnungen in Europa sind etwa 30.000 Jahre alt und sehen ähnlich aus wie die in Ubirr: Tiere und Jagdszenen in Stein geritzt oder mit natürlichen Farben auf den Felsen gekritzelt. Da scheint sich handwerklich in Australien nicht viel verändert zu haben in den letzten paar zehntausend Jahren.

Wir waren jedenfalls nicht besonders beeindruckt.


Trotzdem: wenn man schon einmal da ist, sollte man sich die Felszeichnungen ruhig ansehen und sich sein eigenes Urteil bilden.


So sieht das aus: Ubirr Rock Art
So sieht das aus: Ubirr Rock Art

Das sind übrigens Fische
Das sind übrigens Fische

Allein wegen der Natur lohnt sich der Besuch. Vom Felsplateau aus hat man eine wunderbare Aussicht über die Wetlands.

Auch dies ist übrigens ein Spot, der im Film Crocodile Dundee vorkommt.


Wir zwei sehen natürlich auch filmreif aus vor dieser Kulisse!
Wir zwei sehen natürlich auch filmreif aus vor dieser Kulisse!


Auf dem Felsplateau: die Wetlands machen zu dieser Jahreszeit ihrem Namen alle Ehre. Nach der Regenzeit ist alles üppig grün.
Auf dem Felsplateau: die Wetlands machen zu dieser Jahreszeit ihrem Namen alle Ehre. Nach der Regenzeit ist alles üppig grün.

Auf dem Felsplateau von Ubirr
Auf dem Felsplateau von Ubirr

Ein bisschen nachdenklich gemacht hat uns die Zeitungsschlagzeile in der

darauffolgenden Woche. Am Tag nach unserem Besuch ist eine junge Touristin auf dem Felsplateau von Ubirr ums Leben gekommen. Ob sie abgestürzt ist oder vielleicht dehydriert war, haben wir nicht erfahren. Als herausfordernd haben wir den Aufstieg aufs Plateau eigentlich nicht empfunden, und Birgitt mit ihrer Höhenangst klassifiziert Aufstiege sehr schnell als herausfordernd. Wer weiß, was da passiert ist...


Am Abend auf dem Campingplatz erhielten wir dann noch überraschenden Besuch von der australischen Statistikbehörde: der Census 2026 stand an!

Wir bekamen einen mehrseitigen Fragebogen ausgehändigt und wurden sehr freundlich darüber aufgeklärt, dass zum Stichtag 11. August 2026 ALLE Personen im Rahmen dieser Volkszählung erfasst werden, die sich in Australien aufhalten, also auch wir.

Unsere Daten bleiben 99 Jahre lang gespeichert. Eine nachhaltige Erinnerung...


Wir werden im Census erfasst
Wir werden im Census erfasst

Darwin 1.0

Arbeitsurlaub!!!!

In der Hauptstadt des Northern Territory (immerhin etwa 150.000 Einwohner) wollten wir einen zweiten Versuch starten, das Dachfenster zu erneuern.

Wenn nicht hier, dann würde das nirgends im Northern Territory klappen.

Außerdem stand mal wieder Wäschewaschen auf dem Programm und für Birgitt ein Friseurbesuch.

Zu unserer großen Überraschung verkündete die freundliche Verkäuferin im Camperzubehörladen nach kurzer Recherche im der Lagerbestandsdatei, dass das von uns benötigte Dachfenster vorrätig sei. Noch überraschter waren wir, dass sie nicht hinzufügte, der Versand werden 5 -10 Tage dauern, sondern nach hinten ins Lager eilte, um das Ersatzteil zu holen.

Recht schnell war dann auch eine Wohnmobilreparaturwerkstatt gefunden, die den Einbau übernehmen konnte.

Hat alles geklappt!


Juchu - das Ersatz-Dachfenster ist da! Mit deutscher Originalverpackung
Juchu - das Ersatz-Dachfenster ist da! Mit deutscher Originalverpackung

Insgesamt haben wir 6 Tage in Darwin verbracht.

War nett, aber ohne die notwendige Reparatur hätten wir den Aufenthalt stark gekürzt.

Sightseeing haben wir nicht großartig gemacht, wir waren ja 2017 schon einmal in Darwin.

Neu entdeckt haben wir eine Brauerei, die One Mile Brewery, die u.a. ein "Kolsch" im Ausschank hatte. Das übrigens sehr lecker war! Im Wettbewerb "Gibt es in Australien mehr Kölsch oder Alt" führt Birgitt damit 2:0, denn "Kolsch" gab es bisher sowohl in der Brauerei in Kalbarri als auch in Darwin.


Hat sogar geschmeckt - ein sehr erfrischendes Bier
Hat sogar geschmeckt - ein sehr erfrischendes Bier

Darwin heißt übrigens so nach - genau! - Charles Darwin


Immer wieder überraschend finden wir es (vor allem Birgitt fällt es auf), wie sauber, gepflegt und aufgeräumt öffentliche Einrichtungen sind. So verfügt Darwin z.B. über einen kleinen Stadtstrand, der eine Liegewiese mit Mobiliar anbietet. Da stehen Sonnenliegen, Beistelltischchen und sogar einige Doppelliegen mit gepolsterter Auflage.

Und die stehen am nächsten Tag auch noch da, sind weder beschmiert noch beschädigt.

Auch die öffentlichen Barbecues fallen uns immer wieder positiv auf. Vergleichbares haben wir in Deutschland noch nie gesehen.


Eines der absoluten Highlights von Darwin ist der Mindil Beach. Hier findet während der Trockenzeit immer donnerstags und sonntags ein großer Markt statt, auf dem es Kunsthandwerk, Livemusik und jede Menge Essensstände gibt. Am Abend versammeln sich hunderte Menschen am Strand , um sich den spektakulären Sonnenuntergang anzusehen.


Sunset am Mindil Beach
Sunset am Mindil Beach

Wer´s mag, kann den Sonnenuntergang auch vom Kamelrücken aus erleben. Man achte auf die Helme - Safety First in Australien
Wer´s mag, kann den Sonnenuntergang auch vom Kamelrücken aus erleben. Man achte auf die Helme - Safety First in Australien

Ach ja, shoppen waren wir auch in Darwin. Birgitt ist nun stolze Besitzerin eines echten Akubras.                     DAS ist ein Hut!
Ach ja, shoppen waren wir auch in Darwin. Birgitt ist nun stolze Besitzerin eines echten Akubras. DAS ist ein Hut!


Litchfield Nationalpark

Nächstes Ziel von Darwin aus war der Litchfield Nationalpark.


Die Wasserfälle im Litchfield sind wunderbare Badeplätze, allerdings auch ziemlich stark besucht. An den Wangi-Falls konnten wir daher nicht mit dem Camper über Nacht bleiben (ausgebucht!) und haben nur einen Badestopp eingelegt.


Badestopp an den Wangi Falls
Badestopp an den Wangi Falls

Daher haben wir unser Lager an den Florence-Falls aufgeschlagen. Auch dort herrschte reger Betrieb, d.h. an den Wasserfällen war kaum eine Stelle zu finden, an der man das Handtuch ablegen konnte.


Florence Falls - auf dem Bild sieht man es vielleicht nicht, aber es herrschte reger Betrieb im und am Wasser. Trotzdem war es ein Genuss und sehr erfrischend, ein kühles Bad nehmen zu können. Die ganz mutigen springen (verbotenerweise) von den Klippen hinein.
Florence Falls - auf dem Bild sieht man es vielleicht nicht, aber es herrschte reger Betrieb im und am Wasser. Trotzdem war es ein Genuss und sehr erfrischend, ein kühles Bad nehmen zu können. Die ganz mutigen springen (verbotenerweise) von den Klippen hinein.

Neben den Wasserfällen stand auch ein Besuch in "Lost City" auf unserem Programm.

Seit Jahren erzählte Uli davon, dass er bei einem früheren Aufenthalt im Nationalpark bereits einmal dort gewesen sei, weil er den Namen so vielversprechend fand.

Eine verlorene Stadt mitten im Outback...hatte er erwartet und dann nur einen Haufen Steine vorgefunden.

Nun, die Steine liegen immer noch da, sind ganz natürlichen Ursprungs und erinnern mit viel Fantasie an die Ruinenstadt einer untergegangenen Zivilisation. Wenigstens gaben sie schöne Fotomotive ab, und der Spot war erfreulich leer im Gegensatz zu den Wasserfällen.


In Lost City
In Lost City

Sieht aus wie gemauert, sind aber natürliche Sandsteinformationen
Sieht aus wie gemauert, sind aber natürliche Sandsteinformationen

Darwin 2.0

Um nach Lost City zu kommen, muss man eine etwa 10km lange Allradstrecke befahren - grundsätzlich kein Problem für unser Marvelmobil. Jedoch machte nach der Fahrt über die holperige Schotterpiste der Riss in unserem Wassertank, den wir uns in den Bungle Bungles eingefangen hatten, mit Nachdruck auf sich aufmerksam.

Es half nix - wir mussten die Route für die Weiterfahrt ändern und noch einmal zurück nach Darwin fahren, um dort den Wassertank reparieren zu können.

Ein Besuch im gut sortierten Baumarkt war erfolgreich. Uli konnte den Wassertank mit Bordmitteln immerhin so weit fixieren, dass er mit halber Füllung dicht bleibt.

Ab jetzt geht es also mit höchstens 50 Litern Wasser auf die Straße, was aber in der Regel für mehrere Tage Duschen, Abwaschen und die Toilettenspülung ausreicht.

Ein neuer Wassertank ist dann zuhause fällig, hier gibt es diesen Tank leider nicht im Zubehörhandel.

Nach diesem unfreiwilligen Schlenker zurück nach Darwin konnten wir die Reise fortsetzen und den nächsten Nationalpark ansteuern.


Ein Lob an den kompetenten Facility Manager - der Wassertank hält!
Ein Lob an den kompetenten Facility Manager - der Wassertank hält!

Nitmiluk (Katherine Gorge) Nationalpark

Der Nationalpark ist unterteilt in einen nördlichen und einen südlichen Bereich:

Leliyn (Edith Falls) und Nitmiluk Gorge (Katherine Gorge).


Obwohl die Edith Falls bei weitem nicht den legendären Ruf der Wasserfälle im Kakadu Nationalpark genießen, haben sie uns bei weitem besser gefallen.

Sie sind nicht sehr hoch und münden auch nicht in einen Felsenpool, waren für uns aber bisher die schönste Badestelle der Reise (abgesehen vom Cable Beach natürlich).

Klares Wasser, eingerahmt von rötlichen Felsen und eine fast leere Liegewiese (ja - tatsächlich eine schattige Wiese!), das Ganze fast menschenleer.

Wir hatten den Besuch im Nitmiluk Nationalpark an den Edith Falls begonnen, und es hat uns dort so gut gefallen, dass wir nach dem Besuch der Nitmiluk Gorge noch einmal dorthin zurückgefahren sind, um 2 entspannte Badetage einzulegen.

Man muss sich ja auch mal erholen auf dieser langen Reise.


Edith Falls: vom Ufer zum Wasserfall sind es 160 m. Der See ist bis zu 30 Meter tief!
Edith Falls: vom Ufer zum Wasserfall sind es 160 m. Der See ist bis zu 30 Meter tief!

Da kann man mal sehen, was so ein richtiger Hut ausmacht...
Da kann man mal sehen, was so ein richtiger Hut ausmacht...

Die Nitmiluk (Katherine) Gorge ist einfach atemberaubend. Der Katherine River schlängelt sich durch 13 Schluchten, von denen sich einige zu Fuß, per Boot oder Kanu erkunden lassen.


Blick in die erste Schlucht
Blick in die erste Schlucht

Als erstes stand eine Wanderung zur Butterfly Gorge an. Es stellte sich heraus, dass wandern bei der Hitze keine gute Idee für Birgitt ist.

Besonders lohnenswert war das Zeil dann leider auch nicht. Baden verboten (sakraler Ort der Aboriginals), und die Sandbucht, die bei Ulis letztem Besuch noch zum Verweilen einlud, ist inzwischen erodiert und fast verschwunden. Letztlich saßen wir auf einem kleinen Felsen zusammengekauert in der Bucht, mümmelten unser Butterbrot und fragten uns, wofür wir eigentlich die 12 km wandern auf uns genommen hatten.


Butterfly Gorge - schön, aber die anstrengende Wanderung dorthin nicht wert. Vielleicht sind wir inzwischen aber auch schon zu verwöhnt, was die Naturschönheiten Australiens betrifft.
Butterfly Gorge - schön, aber die anstrengende Wanderung dorthin nicht wert. Vielleicht sind wir inzwischen aber auch schon zu verwöhnt, was die Naturschönheiten Australiens betrifft.

Viel, viel besser lassen sich die Schluchten des Katherine River per Kanu erkunden.


Die Kanufahrt durch die Schlucht war richtig toll, unbeschreiblich.

Daher sparen wir uns den Text, schaut selbst:


Mit einem Boot wird man zunächst von der ersten zur zweiten Schlucht gefahren. Von hier geht es dann weiter mit dem Kanu
Mit einem Boot wird man zunächst von der ersten zur zweiten Schlucht gefahren. Von hier geht es dann weiter mit dem Kanu


Mit dem Kanu ging es von der zweiten bis in die 3. Schlucht und wieder zurück
Mit dem Kanu ging es von der zweiten bis in die 3. Schlucht und wieder zurück

Aussteigen sollte man hier nicht. Bei genauem Hinschauen sieht man die Spuren, die die Krokodile hinterlassen haben.
Aussteigen sollte man hier nicht. Bei genauem Hinschauen sieht man die Spuren, die die Krokodile hinterlassen haben.


Mataranka markiert den Übergang vom Top End ins Outback.

Der Campingplatz ist recht rustikal, Outback eben.


Dass verwilderte Hausschweine eine Plage in Australien sind, wussten wir bisher gar nicht.

Hier laufen sie tatsächlich im Pulk über den Campingplatz auf der Suche nach Essbarem.


Schweinerei auf dem Campingplatz
Schweinerei auf dem Campingplatz

Eine heiße Quelle lädt zur Entspannung ein, und tatsächlich macht es Spaß, sich bei über 30 Grad Außentemperatur in eine heiße Quelle zu setzen.


Hier kommt das Wasser aus der Quelle hoch
Hier kommt das Wasser aus der Quelle hoch
Nicht erfrischend, aber durchaus entspannend: ein heißes Bad in Matarankas Hot Springs
Nicht erfrischend, aber durchaus entspannend: ein heißes Bad in Matarankas Hot Springs

Von Mataranka aus starten wir ins Outback mit dem Ziel Uluru (Ayers Rock).

Vor uns liegen etwa 1.500 km.

Ich zitiere aus einem Bericht des Magazins "Der Spiegel":


"Auf dem Weg von Katherine nach Süden fällt auf, dass die Bäume immer niedriger werden. Mataranka wirkt wie der letzte Außenposten des "Top End" mit seiner tropischen Vegetation, bevor das karge Outback mit seiner roten Erde beginnt. Der UKW-Radioempfang ist längst verloren gegangen, die Zivilisation hat sich endgültig im Rückspiegel verabschiedet - und auch die Welt des "Crocodile Dundee" hört in Mataranka auf.".


So isses...

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