2. Etappe: Onslow bis 80 Mile Beach
- bunterwegs
- 10. Juli
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 1. Aug.

Onslow
Onslow war einerseits ein Ausweichziel, weil es mit dem Strandurlaub in Coral Bay nicht geklappt hatte.
Andererseits war Onslow schon immer ein Wunschziel von Uli. Warum? Onslow liegt ziemlich isoliert im Nordwesten Australiens und ist bekannt dafür, dass das Wetter extrem ist. Entweder irre heiß oder irre stürmisch oder irre überschwemmt.
Ein Zyklon-Hotspot.
Daher ist die Stadt schon einmal komplett umgezogen worden. 1925 wurde das alte Onslow kurzerhand um 18 km an einen neuen Standort verlegt.
Ulis Vorstellung war es, auf ein verträumtes Städtchen voller knorriger Bewohner zu treffen, die sich regelmäßig am einzigen zyklonsicheren Platz im Ort versammeln: dem örtlichen Pub.
Die Wahrheit war ein wenig anders.
Zwischen April und September ist nix mit Zyklonen. Außerdem sind die Temperaturen im Juni/Juli angenehm kühl bei etwa 25 Grad. Das macht Onslow zu einem begehrten Überwinterungsziel für australische Seniorencamper - quasi wie Spanien für den deutschen Rentnercamper.
Es gibt einen kleinen feinen Sporthafen, einen großen (wirklich großen) modernen Campingplatz und viele Ferienunterkünfte.
Das ganze sehr gepflegt und modern.
Und ziemlich voll. Aber es gab zum Glück noch ein Plätzchen für uns auf dem Campingplatz, und
zwar auf dem gerade neu angelegten Areal.
Man muss sich vor Augen halten, dass Onslow nur etwa 900 (!) Einwohner hat. Dafür ist die Innenstadt super ausgestattet.
Guckt mal:



Hier noch ein paar Impressionen von der Küste:


Millstream Chichester National Park - und die Frage nach dem spontanen oder geplanten Reisen
In Onslow haben wir Vorräte aufgefüllt und das nächste Etappenziel angesteuert, den Millstream Chichester Nationalpark.
Dieses Ziel haben wir mehr oder weniger spontan gewählt; der Park liegt günstig auf unserer Reiseroute gen Norden.
Spontan heißt für Uli: hinfahren, Stellplatz aussuchen, hinstellen und wohlfühlen. Und ebenso spontan entscheiden, wie lange man bleibt. Längstens bis die Vorräte schwinden.
So hat er es bei seinen Australienreisen bisher immer gemacht.
Spontan heißt für Birgitt, es schadet nicht, vorher mal zu googeln...
Tja, und dann spuckte Google die Information aus, dass für fast alle Stellplätze in den Nationalparks oligatorisch eine Online-Reservierung vorgenommen werden muss.
Uli war von dieser Information nicht überzeugt, bzw. legte sie dahingehend aus, dass beide Buchungsarten parallel bereit stehen würden: "online vorab" und "Zettel plus Übernachtungsgebühr in Bargeld in die Blechkiste am Campground".
Das Rätsel würde sich erst vor Ort lösen lassen, und wir wollten nicht Gefahr laufen, bei Ankunft im Nationalpark unverrichteter Dinge wieder abfahren zu müssen. Daher haben wir vorab online reserviert.
Die Auflösung: tatsächlich ist die Vorabbuchung online inzwischen fast ausnahmslos erforderlich. Wir fanden bei Ankunft am Campground zwar die alte Blechkiste noch vor, in die man früher den Anmeldezettel plus Bargeld werfen konnte, aber die war außer Betrieb. Netzempfang gab es am Campground nicht und daher auch keine Möglichkeit, noch schnell bei Ankunft auf der Website zu buchen. Im Notfall hätte man sich an die Volunteers wenden können, die den Campingplatz betreuen, bzw. an diesem Campground gab es sogar eine Rangerstation. Man hätte dann aber allenfalls eine Nacht bleiben und dann über die Volunteers oder Ranger versuchen können, eine Buchung zu bekommen. Netzempfang haben die nämlich auch nicht. Und die freundliche Rangerin erklärte, sie sei keine Rezeptionistin.
Fazit: wir buchen künftig online. Schade ist, dass die Spontaneität verloren geht. Vielleicht bucht man für 3 Tage und stellt fest, dass man am nächsten Tag schon wieder weg möchte. Oder umgekehrt. So hatten wir uns das eigentlich nicht vorgestellt...
Der Nationalpark selbst war sehenswert, wenn auch leider aufgrund der letzten starken Unwetter die meisten Wanderwege am Campground gesperrt waren.











Nach dem Aufenthalt im Nationalpark müssen die Vorräte aufgefüllt werden. Die nächste Stadt ist Port Hedland, etwa 300km entfernt.
Aber wieder ist es nix mit der Spontaneität. Die Campsites in Port Hedland sind ausgebucht. Also Plan B: wir übernachten vor Port Hedland auf einer 24h Rest Area und fahren am nächsten Morgen zum Einkaufen nach Port Hedland. Dabei kommt es uns gut zupass, dass die Läden sonntags geöffnet haben. Und eine Notration Nudeln mit Pastasauce haben wir für solche Fälle immer an Bord.
Von Port Hedland aus wollen wir weiter nach Broome.
Aber auch hier: fully booked.
So langsam entwickeln wir Routine im Umplanen. Außerdem haben wir Zeit.
Statt direkt nach Broome durchzustarten, wird das nächste Ziel kurzerhand der Eighty Mile Beach. Und ja - wir buchen erfolgreich online (einen Tag) im Voraus.


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