Von Broome bis Kununurra
Die Strecke von Broome nach Darwin hätte eigentlich einen ausführlicheren Reisebericht verdient.
Aber das mit dem Bloggen erweist sich in der Praxis doch schwieriger als erwartet.
Mal fehlt die Lust, mal fehlt die Internetverbindung, mal fehlt beides.
Daher berichten wir über diesen Streckenabschnitt nur ein paar Highlights:
Derby
In Derby haben wir nur einen Übernachtungsstopp eingelegt.
Warum Derby Derby heißt, habe ich nicht herausfinden können. Wahrscheinlich ist die Stadt wie andere meist auch nach irgendeinem Pionier oder Regierungsbeamten benannt worden. Sei´s drum.
Jedenfalls hat das Städtchen um die 3.000 Einwohner und ist damit eine von nur drei Städten in der Region Kimberley in WA, die mehr als 2.000 Einwohner hat.
Die Bevölkerungsdichte der Kimberley-Region beträgt 0,09 Einwohner je qkm.
NRW hat 527 Einwohner je qkm. Nur mal so zum Vergleich.
Hier im nördlichen Australien wachsen die Boab-Bäume. Ich finde sie wunderschön. Sie können sehr alt werden, wobei das Alter schwer zu bestimmen ist, weil sie keine Jahresringe bilden.
Dieses Exemplar wird auf etwas 1.500 Jahre geschätzt.

Bandilngan/Windjana Gorge Nationalpark
Ein kleiner, feiner Nationalpark, den man nur mit Allradfahrzeug erreichen kann.
Wir verbringen 2 Nächte auf dem Campground direkt an der Gorge.
Durch einen Felsspalt erreicht man eine Schlucht, und man kann am Lennard River entlangwandern. Die Wanderung dauert nicht allzu lange, und man kann auch nur auf einer Seite des Flussufers gehen. - dann ist der Weg gesperrt. Hier ist Lebensraum der Süßwasserkrokodile, die sich auf der anderen Uferseite entspannt sonnen und dabei beobachten lassen.





Dimalurru Nationalpark - Tunnel Creek
Hier stoppen wir nur auf der Durchfahrt und landen eher zufällig an der Höhle.
Was ein Glück! Die Wanderung war ein echtes Highlight!
In der Regenzeit unpassierbar, aber jetzt in der Trockenzeit kann man zu Fuß in die tunnelartige Höhle hineingehen.
Es ist ein wenig unheimlich, denn nur stellenweise dringt Licht durch die Höhlendecke. Oft ist es einfach nur finster. Es kostet ein wenig Überwindung, in der Dunkelheit durchs schwarze Wasser zu gehen.
Die Stirnlampe war daher unerlässlich, ebenso wasserfeste Schuhe und Shorts, denn immer noch reichte das Wasser knapp bis zur Hüfte. In der fortgeschrittenen Trockenzeit kann man knietief hindurchwaten, aber jetzt ging das nicht.
Es war eine ganz besondere Atmosphäre in der Höhle.
Nach nur 750m hat man das Ende der Höhle erreicht - ab hier fließt das Wasser munter weiter im Sonnenlicht. Der Wanderweg ist aber ab hier zu Ende, es ist Krokodilland...





Purnululu (Bungle Bungles) Nationalpark
Dieser Nationalpark ist einer der Gründe, warum wir das eigene Fahrzeug mit nach Australien genommen haben. Die Zufahrt ist nämlich nur mit Allradfahrzeugen mit hoher Bodenfreiheit möglich - und genau diese Voraussetzungen erfüllt unser Marvelmobil.
Die Anfahrt in die Bungle Bungles war die schlechteste Allradstrecke, die wir je gefahren sind.
Mit Abstand.
Sowas von schlecht.
Eine Gravel Road bekommt man ja einigermaßen in den Griff, wenn man nur beherzt schnell genug fährt. Irgendwann fliegt der Wagen förmlich über die Rillen.
Nicht auf dieser Strecke.
Statt einer geriffelten Fahrbahnoberfläche hatten wir es mit ausgeprägten Bodenwellen, tiefen Schlaglöchern und losen Gesteinsbrocken zu tun. Das Ganze auf einer kurvigen Streckenführung mit lauter "Crest"s und "Dip"s und "Floodway"s, sodass man keine Geschwindigkeit aufnehmen konnte. Für die rd. 50 km brauchten wir gut 2 Stunden!
Fazit: der Mercedes selbst meistert solche Strecken tadellos, der Camper-Innenausbau reagiert jedoch ziemlich verärgert:
Wassertank gerissen
Lautsprecher im Heck aus dem Dachhimmel herausgebrochen
Halterung der Wohnraumbatterie gelöst
Heckfenster rechts gelöst
Mehrere Schrauben im Innenraum gelockert
Justierungsschrauben der Markise verloren
vorderes Nummernschild fast verloren (zum Glück hat der Fahrer vor uns das bemerkt und uns Bescheid gegeben, bevor es ganz abgerissen war)
Der Nationalpark war es dennoch wert - was hier an Naturschauspiel geboten wird, ist unvergleichlich.









Kununurra
Kununurra ist ein verträumtes Städtchen im äußersten Nordosten Westaustraliens, an der Grenze zum Northern Territory.
Der Ort wurde erst in den 1960ern angelegt und ist aus einem landwirtschaftlichen Bewässerungsprojekt entstanden. Der zauberhaften See (Lake Kununurra), der viele Besucher zum Angeln, Bootfahren und zur Vogelbeobachtung einlädt, ist ein künstlich angelegter Stausee.
Der Name Kununurra ist aus der Sprache der Aboriginals entlehnt und bedeutet "Fluss".
In Kununurra war zunächst der "Facility Manager" gefragt. Alles, was sich auf der Fahrt durch die Bungle Bungles gelöst hatte, musste wieder fixiert, geschraubt und geklebt werden.



Kununurra war zunächst die letzte Station in Western Australia.
Wir werden am Schluss unserer Reise noch einmal in den Westen zurückkommen, weil der Camper von Western Australia wieder zurück nach Deutschland verschifft wird.
Aber jetzt sagen wir erst einmal tschüss und fahren weiter ins Northern Territory - Australias Outback.



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