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Von Broome bis Kununurra

bunterwegs
1. Sept.
4 Min. Lesezeit

Die Strecke von Broome nach Darwin hätte eigentlich einen ausführlicheren Reisebericht verdient.

Aber das mit dem Bloggen erweist sich in der Praxis doch schwieriger als erwartet.

Mal fehlt die Lust, mal fehlt die Internetverbindung, mal fehlt beides.


Daher berichten wir über diesen Streckenabschnitt nur ein paar Highlights:


Derby

In Derby haben wir nur einen Übernachtungsstopp eingelegt.

Warum Derby Derby heißt, habe ich nicht herausfinden können. Wahrscheinlich ist die Stadt wie andere meist auch nach irgendeinem Pionier oder Regierungsbeamten benannt worden. Sei´s drum.

Jedenfalls hat das Städtchen um die 3.000 Einwohner und ist damit eine von nur drei Städten in der Region Kimberley in WA, die mehr als 2.000 Einwohner hat.

Die Bevölkerungsdichte der Kimberley-Region beträgt 0,09 Einwohner je qkm.

NRW hat 527 Einwohner je qkm. Nur mal so zum Vergleich.


Hier im nördlichen Australien wachsen die Boab-Bäume. Ich finde sie wunderschön. Sie können sehr alt werden, wobei das Alter schwer zu bestimmen ist, weil sie keine Jahresringe bilden.

Dieses Exemplar wird auf etwas 1.500 Jahre geschätzt.

"Prison Tree" bei Derby, 15m Stammumfang. Er soll u.a. als Sammelstelle für Gefangenentransporte gedient haben.
"Prison Tree" bei Derby, 15m Stammumfang. Er soll u.a. als Sammelstelle für Gefangenentransporte gedient haben.

Bandilngan/Windjana Gorge Nationalpark

Ein kleiner, feiner Nationalpark, den man nur mit Allradfahrzeug erreichen kann.

Wir verbringen 2 Nächte auf dem Campground direkt an der Gorge.

Durch einen Felsspalt erreicht man eine Schlucht, und man kann am Lennard River entlangwandern. Die Wanderung dauert nicht allzu lange, und man kann auch nur auf einer Seite des Flussufers gehen. - dann ist der Weg gesperrt. Hier ist Lebensraum der Süßwasserkrokodile, die sich auf der anderen Uferseite entspannt sonnen und dabei beobachten lassen.


Durch einen Felsspalt gelangt man in die Schlucht
Durch einen Felsspalt gelangt man in die Schlucht
Am Ufer des Lennard Rivers wandert man bis etwa hierhin - danach ist der Zutritt ausschließlich den Krokodilen vorbehalten
Am Ufer des Lennard Rivers wandert man bis etwa hierhin - danach ist der Zutritt ausschließlich den Krokodilen vorbehalten

Uli pirscht sich mit dem Fotoapparat an ein Krokodil heran, das geduldig einen auf Fotomodell macht
Uli pirscht sich mit dem Fotoapparat an ein Krokodil heran, das geduldig einen auf Fotomodell macht

See ya later, Alligator...
See ya later, Alligator...
Der Kollege am anderen Ufer langweilt sich sichtlich
Der Kollege am anderen Ufer langweilt sich sichtlich

Dimalurru Nationalpark - Tunnel Creek


Hier stoppen wir nur auf der Durchfahrt und landen eher zufällig an der Höhle.

Was ein Glück! Die Wanderung war ein echtes Highlight!

In der Regenzeit unpassierbar, aber jetzt in der Trockenzeit kann man zu Fuß in die tunnelartige Höhle hineingehen.

Es ist ein wenig unheimlich, denn nur stellenweise dringt Licht durch die Höhlendecke. Oft ist es einfach nur finster. Es kostet ein wenig Überwindung, in der Dunkelheit durchs schwarze Wasser zu gehen.

Die Stirnlampe war daher unerlässlich, ebenso wasserfeste Schuhe und Shorts, denn immer noch reichte das Wasser knapp bis zur Hüfte. In der fortgeschrittenen Trockenzeit kann man knietief hindurchwaten, aber jetzt ging das nicht.

Es war eine ganz besondere Atmosphäre in der Höhle.

Nach nur 750m hat man das Ende der Höhle erreicht - ab hier fließt das Wasser munter weiter im Sonnenlicht. Der Wanderweg ist aber ab hier zu Ende, es ist Krokodilland...


Am Tunneleingang wirkt es noch recht freundlich
Am Tunneleingang wirkt es noch recht freundlich
Dann geht es hinein in die Finsternis.
Dann geht es hinein in die Finsternis.
Im Inneren ist alles schwarz, nur das Wasser gluckst und plätschert. Die Stirnlampe muss ran, und das Handy müht sich ab mit dem Blitzlicht
Im Inneren ist alles schwarz, nur das Wasser gluckst und plätschert. Die Stirnlampe muss ran, und das Handy müht sich ab mit dem Blitzlicht

An einigen Stellen fällt schon  mal Licht von oben herein.
An einigen Stellen fällt schon mal Licht von oben herein.

Am Ende plätschert der Fluss gemächlich weiter. Für uns ist hier Schluss, es beginnt das Krokodilland
Am Ende plätschert der Fluss gemächlich weiter. Für uns ist hier Schluss, es beginnt das Krokodilland

Purnululu (Bungle Bungles) Nationalpark

Dieser Nationalpark ist einer der Gründe, warum wir das eigene Fahrzeug mit nach Australien genommen haben. Die Zufahrt ist nämlich nur mit Allradfahrzeugen mit hoher Bodenfreiheit möglich - und genau diese Voraussetzungen erfüllt unser Marvelmobil.


Die Anfahrt in die Bungle Bungles war die schlechteste Allradstrecke, die wir je gefahren sind.

Mit Abstand.

Sowas von schlecht.

Eine Gravel Road bekommt man ja einigermaßen in den Griff, wenn man nur beherzt schnell genug fährt. Irgendwann fliegt der Wagen förmlich über die Rillen.

Nicht auf dieser Strecke.

Statt einer geriffelten Fahrbahnoberfläche hatten wir es mit ausgeprägten Bodenwellen, tiefen Schlaglöchern und losen Gesteinsbrocken zu tun. Das Ganze auf einer kurvigen Streckenführung mit lauter "Crest"s und "Dip"s und "Floodway"s, sodass man keine Geschwindigkeit aufnehmen konnte. Für die rd. 50 km brauchten wir gut 2 Stunden!




Fazit: der Mercedes selbst meistert solche Strecken tadellos, der Camper-Innenausbau reagiert jedoch ziemlich verärgert:

  • Wassertank gerissen

  • Lautsprecher im Heck aus dem Dachhimmel herausgebrochen

  • Halterung der Wohnraumbatterie gelöst

  • Heckfenster rechts gelöst

  • Mehrere Schrauben im Innenraum gelockert

  • Justierungsschrauben der Markise verloren

  • vorderes Nummernschild fast verloren (zum Glück hat der Fahrer vor uns das bemerkt und uns Bescheid gegeben, bevor es ganz abgerissen war)


Der Nationalpark war es dennoch wert - was hier an Naturschauspiel geboten wird, ist unvergleichlich.


Echidna Chasm - nur zwischen 11 und 13.00 Uhr dringen Sonnenstrahlen durch einen schmalen Spalt in die Schlucht und liefern ein spektakuäres Lichtspiel
Echidna Chasm - nur zwischen 11 und 13.00 Uhr dringen Sonnenstrahlen durch einen schmalen Spalt in die Schlucht und liefern ein spektakuäres Lichtspiel




Der Sandstein hat eine bienenkorbartige Struktur
Der Sandstein hat eine bienenkorbartige Struktur

Die Landschaft wirkt fast surreal
Die Landschaft wirkt fast surreal

Schlechtes Selfie :-)
Schlechtes Selfie :-)
Man läuft auf felsigem Untergrund durch ein trockenes Flussbett
Man läuft auf felsigem Untergrund durch ein trockenes Flussbett
Die Stimmung ist ein wenig eingenartig - wir sind praktisch allein unterwegs und die Stille ist zum Greifen
Die Stimmung ist ein wenig eingenartig - wir sind praktisch allein unterwegs und die Stille ist zum Greifen


Wir gehen rund 12 km (hin und zurück) - wer weiter wandern will, benötigt eine Erlaubnis und muss sich registrieren. Bei der Hitze sind 12 km aber genug.
Wir gehen rund 12 km (hin und zurück) - wer weiter wandern will, benötigt eine Erlaubnis und muss sich registrieren. Bei der Hitze sind 12 km aber genug.


Die Whip Snake Gorge - das Licht zaubert eine fast unwirkliche Stimmung
Die Whip Snake Gorge - das Licht zaubert eine fast unwirkliche Stimmung

Kununurra

Kununurra ist ein verträumtes Städtchen im äußersten Nordosten Westaustraliens, an der Grenze zum Northern Territory.

Der Ort wurde erst in den 1960ern angelegt und ist aus einem landwirtschaftlichen Bewässerungsprojekt entstanden. Der zauberhaften See (Lake Kununurra), der viele Besucher zum Angeln, Bootfahren und zur Vogelbeobachtung einlädt, ist ein künstlich angelegter Stausee.

Der Name Kununurra ist aus der Sprache der Aboriginals entlehnt und bedeutet "Fluss".


In Kununurra war zunächst der "Facility Manager" gefragt. Alles, was sich auf der Fahrt durch die Bungle Bungles gelöst hatte, musste wieder fixiert, geschraubt und geklebt werden.


Uli kennt inzwischen jede Schraube des Campers mit Namen
Uli kennt inzwischen jede Schraube des Campers mit Namen


Außerdem hatte der Camper eine Wäsche dringend nötig! Der Staub der Gravel Road dringt in die kleinste Ritze
Außerdem hatte der Camper eine Wäsche dringend nötig! Der Staub der Gravel Road dringt in die kleinste Ritze
Soo - endlich Feierabend!
Soo - endlich Feierabend!

Kununurra war zunächst die letzte Station in Western Australia.

Wir werden am Schluss unserer Reise noch einmal in den Westen zurückkommen, weil der Camper von Western Australia wieder zurück nach Deutschland verschifft wird.

Aber jetzt sagen wir erst einmal tschüss und fahren weiter ins Northern Territory - Australias Outback.

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